Einer der letzten Sozialdemokraten in der SPD


Der heute verstorbene Ottmar Schreiner – Volljurist und seit 1980 für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages – konnte und wollte sich nicht mit Gerhard Schröders »Agenda 2010« abfinden. Für sein sozialdemokratisches Gewissen stellte die daraus zwangsläufig resultierende ökonomische Umverteilung von unten nach oben einen eklatanten Verrat an Partei und Wähler dar. Dass ausgerechnet die SPD mit »Hartz 4« dem Sozialstaat einen mehr als schweren Schaden zufügte, das konnte der ehemalige Bundesgeschäftsführer der SPD (1998-1999) kaum ertragen. Nicht er hatte sich seit dieser Zeit von der Partei entfernt, vielmehr entfernte sich die Partei zunehmend von sich selbst.

Den Satz von Rainer Hank in der F.A.Z., der an seinem Todestag erschien, musste er nicht mehr lesen: »Hatz auf Reiche. Das könnte den Regierungen so passen: Den Steuerwettbewerb zum Ersticken bringen, um umso ungenierter auf das Geld der Reichen zugreifen zu können.«

Als die SPD noch eine sozialdemokratische Partei war, wurde er als Pragmatiker geschätzt. Aber Schröder, Müntefering, Steinbrück u.v.a. sorgten dafür, dass er zuletzt vielen als unbeweglicher Betonlinker galt. Auch jetzt wird die SPD nicht begreifen, »was da gestorben ist«.