Jan 2013



Alles an seinem neuen alten Platz …


Wir mussten unsere Website – DIE KUNSTKANZLEI – nach einem Crash des Interfaces einer sehr weitgehenden Überarbeitung resp. Neugestaltung unterziehen.

Und gleichzeitig wurde die Website DER KUNSTKANZLER integriert –
mit automatischer Weiterleitung von den Domains kunstkanzler.com & kunstkanzler.de & annotationen.de




Selbst denken


Selbst denken macht eben gerade nicht Freunde, sondern einsam.

Edna Brocke (1988-2011 Leiterin der Gedenkstätte »Alte Synagoge Essen« – Großnichte von Hannah Arendt)


Dieses Zitat kann für sich stehen. Es bezieht sich realiter aber auf die in der FAZ veröffentlichte Kritik des Films »Hannah Arendt« von Margarethe von Trotta unter dem Titel »Selbst denken macht Freunde«. Der Kritiker, Bernd Rebhandl, stellt bereits in seinem ersten Satz überraschend fest, dass Hannah Arendt »eine Reihe bedeutender Bücher geschrieben« hat. Zwar hat niemand jemals etwas anderes behauptet, aber schön, dass uns Herr Rebhandl endlich darüber aufklärt. Allerdings ist er auch der Auffassung, dass »Barbara Sukowa […] schon in mehreren bedeutenden Filmen von Margarethe von Trotta die Hauptrolle gespielt [hat].« Nun hat aber eben gerade Frau von Trotta noch keinen einzigen »bedeutenden« Film gedreht, was dazu führt, dass das Attribut »bedeutend« bei Rebhandl vollkommen bedeutungslos ist … Aber was soll’s: der Kritiker Rebhandl hat sicherlich sehr viele Freunde …



Peymann & Co. beantworten eine alte Frage Bertolt Brechts


In memoriam Peter Fitz (8. August 1931 – 9. Januar 2013)

I · Die lyrische Frage

Bertolt Brecht
Der Radwechsel

Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

(1953 – »Buckower Elegien«)



II · Die prosaische Antwort

BE

Screenshot : berliner-ensemble.de/wir-suchen | 11.01.2012, 12:40


III · Die linkssozialen Finder

BE Logo
»Das Berliner Ensemble – ein Theater für Zeitgenossen«
Direktion :: Hermann Beil (Dramaturg), Jutta Ferbers (Dramaturgin), Miriam Lüttgemann (Geschäftsführerin), Claus Peymann (Regisseur, Intendant)






Buchorgien


Ich bereue diese Buchorgien nicht.
Ich habe die Freiheit der Wahl, unter allen Büchern um mich herum kann ich jederzeit frei wählen und habe dadurch den Verlauf des Lebens in meiner Hand.
Elias Canetti



200. Geburtstag von Richard Wagner & Giuseppe Verdi


Zu dem Thema des Opernjahres 2013 – vor 200 Jahren wurden mit Richard Wagner (22. Mai 1813 – 13. Februar 1883) und Giuseppe Verdi (9. Oktober 1813 – 27. Januar 1901) die zwei ›wichtigsten‹ Opern-Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geboren – sei hier zunächst das Radiofeature »Wagner oder Verdi? Die Opern-Antipoden« von Michael Schmidt – Leiter des Klassik-Portals beim Bayerischen Rundfunk – empfohlen, gesendet am 01.01.2013, 09:30 von Deutschlandradio Kultur.

Die Sendung wird auch als Audio-on-Demand angeboten – im Format FLASH oder MP3 · Länge 28:39 Minuten.




Profit Neujahr!


Mit einer Erwiderung Richard Kämmerlings’ auf Frank Schirrmachers FAZ-Artikel wird die Suhrkamp-Chose ins Neue Jahr verfrachtet. In der Hauptsache weist Kämmerlings – nur allzu verständlich – den Angriff Schirrmachers zurück: »Es ist ein nicht anders als böswillig zu nennender Angriff auf meine journalistische Seriosität.«

Dass Kämmerlings den Leitartikel von Jürgen Kaube noch einmal in Erinnerung ruft, ist diesem Hickhack mehr als dienlich. Kaube schrieb den bisher klarsten Artikel in Sachen Suhrkamp. Und dieser Artikel muss Schirrmacher (und Ulla Unseld-Berkéwicz?) äußerst provoziert haben, denn die FAZ galt für die »Suhrkamp-Kultur« – auch wenn’s die überhaupt nicht mehr gibt – als absoluter Rückhalt.

Kämmerlings Ansichten decken sich in vielen Aspekten mit den hier bereits formulierten Vorbehalten gegenüber Schirrmachers Scheinheiligkeit in puncto Parteilichkeit/Parteigängerschaft.

Er beendet seine Erwiderung entsprechend mit den Sätzen: »Frank Schirrmacher sieht die "Mechanik einer Rufschädigung" am Werk. Ausgerechnet eine solche versucht er mit seinen Artikeln nun in Gang zu setzen. Dummerweise fällt das auf ihn selbst zurück.«

Ein willkommener Neujahrswunsch!


Hinweis: Siehe dazu auch den Artikel von Alan Posener: Mechanik einer Rufschädigung.