Bayreuther Festspiele



Weiterhin gnadenlos. Die Website der Bayreuther Festspiele


Im Impressum der Website der Bayreuther Festspiele finden sich folgende Angaben: »www.bayreuther-festspiele.de ist ein Internetangebot der Bayreuther Festspiele GmbH … Geschäftsführung: Eva Wagner-Pasquier, Katharina Wagner …« Doch die Bayreuther Festspiele GmbH delegiert die Verantwortung für den Inhalt der Website an die – fehlerhaft nicht verlinkte – BF Medien GmbH, deren Geschäftsführerin wiederum Katharina Wagner ist, was allerdings auf der Website der Festspiele nicht angegeben wird.

Somit ist die 1982 geborene Katharina Wagner alleinverantwortlich für den Inhalt der Website der Bayreuther Festspiele, die in dieser Form am 17.07.2008 – unter der damaligen Verantwortung ihres Vaters Wolfgang Wagner – ins Netz gestellt wurde. Eine Website, die angeblich u.a. »interessante Informationen zu Architektur und Geschichte der Bayreuther Festspiele bereit« halten soll.

Die Festspiele fanden bekanntlich von 1876 bis 1944 und von 1952 bis 2012 statt; 2013 werden sie angesichts des 200. Geburtstags von Richard Wagner als »Jubiläumsfestspiele« angekündigt. Diese schlichten Informationen zur Historie sucht der Besucher der Website vergeblich. Er findet stattdessen unter EINBLICKE/Festspielgeschichte/Chronologie nur knappe – und peinlich zusammengeschusterte – Angaben zu Richard Wagners Leben in chronologischer Form. Alle Informationen zu den einzelnen Aufführungen, Sängern, Dirigenten, Regisseuren etc. beginnen mit dem Jahr 1952.

Ergo: zwischen 1882 und 1952 gab es überhaupt keine Bayreuther Festspiele! Basta. Dies auf der Website als »Festspielgeschichte« zu deklarieren ist eine – durch nichts zu entschuldigende – dummdreiste Gedankenlosigkeit, die sich allerdings nahtlos in das skurrile Bayreuther Geschichtsverdrängungsschema einfügt. Und alle, die die Festspiele subventionieren, fördern, sponsern … schweigen hügelartig.

Die 2012 von dem Historiker Hannes Heer kuratorisch realisierte Ausstellung »Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die Juden 1876 – 1945« im oberen Festspielpark hätte einen deutlichen Widerhall auf der Website finden müssen. Auf diese wichtige Ausstellung nur in den PRESSELINKS versteckt hinzuweisen, ist ein eklatanter Beweis für die Unfähigkeit, sich der eigenen Familiengeschichte zu stellen.

Es gibt keine Ausreden mehr hinsichtlich dieser Unbelehrbarkeit. Die Website der Bayreuther Festspiele ist in der jetzigen Form inakzeptabel. Weitgehend subventioniert von der Bundesregierung, dem Land Bayern und der Stadt Bayreuth, ist diese Website eine Beleidigung und Last für den gesamten öffentlichen Kulturbetrieb dieses Landes – weltweit sichtbar.

Seit 2008 haben Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner als Leitungsteam der Bayreuther Festspiele die Chance gehabt, die historischen Erkenntnisse öffentlich anzuerkennen und angemessen darzustellen. Nichts davon ist sichtbar resp. alles bleibt unsichtbar. Gnadenlos.