Jürgen Kaube



Profit Neujahr!


Mit einer Erwiderung Richard Kämmerlings’ auf Frank Schirrmachers FAZ-Artikel wird die Suhrkamp-Chose ins Neue Jahr verfrachtet. In der Hauptsache weist Kämmerlings – nur allzu verständlich – den Angriff Schirrmachers zurück: »Es ist ein nicht anders als böswillig zu nennender Angriff auf meine journalistische Seriosität.«

Dass Kämmerlings den Leitartikel von Jürgen Kaube noch einmal in Erinnerung ruft, ist diesem Hickhack mehr als dienlich. Kaube schrieb den bisher klarsten Artikel in Sachen Suhrkamp. Und dieser Artikel muss Schirrmacher (und Ulla Unseld-Berkéwicz?) äußerst provoziert haben, denn die FAZ galt für die »Suhrkamp-Kultur« – auch wenn’s die überhaupt nicht mehr gibt – als absoluter Rückhalt.

Kämmerlings Ansichten decken sich in vielen Aspekten mit den hier bereits formulierten Vorbehalten gegenüber Schirrmachers Scheinheiligkeit in puncto Parteilichkeit/Parteigängerschaft.

Er beendet seine Erwiderung entsprechend mit den Sätzen: »Frank Schirrmacher sieht die "Mechanik einer Rufschädigung" am Werk. Ausgerechnet eine solche versucht er mit seinen Artikeln nun in Gang zu setzen. Dummerweise fällt das auf ihn selbst zurück.«

Ein willkommener Neujahrswunsch!


Hinweis: Siehe dazu auch den Artikel von Alan Posener: Mechanik einer Rufschädigung.




Mit der linken Hand …


Jürgen Kaube beweist in seinem gestrigen FAZ-Kommentar »Wer Suhrkamp schadet« einmal mehr, dass man sich vom »Tageselend des Kulturbetriebs« fernhalten sollte, will man seinen kritischen Blick behalten. Hier wird die inszenierte Hysterie rund um Suhrkamp demaskiert und mit Stil auf den Punkt gebracht. Banale (aber schwerwiegende) Fehler werden als solche benannt und die entscheidenden Schläge gegen das ewig antichambrierende Umfeld in seiner Unfähigkeit mit der linken Hand geführt. Der Dank gilt also einem wahren Feuilletonisten!